Wir stecken viel Mühe in die Entscheidung, wohin wir reisen, wie wir hinkommen und wo wir übernachten. Wie wir vor Ort bezahlen, ist für viele dagegen eher ein nachträglicher Gedanke. Wir landen, brauchen Bargeld für den Bus und nehmen den ersten Geldautomaten in der Ankunftshalle. In vielen Ländern verlangen diese günstig gelegenen Automaten eine Reihe zusätzlicher Gebühren, aber sie sind meist immer noch besser als die Wechselstube am Flughafen, wo man oft mit überhöhten Wechselgebühren über den Tisch gezogen wird. Ein paar Tage später stehen wir in einem kleinen Laden, die Karte wird abgelehnt und wir zählen Münzen, die wir nicht ganz verstehen. Oder wir sehen in immer mehr Ländern zu, wie alle um uns herum per QR-Code mit dem Handy bezahlen, während unsere völlig intakte Kreditkarte genauso gut ein Untersetzer sein könnte.
Die Geldseite vorzubereiten ist sicher nicht der aufregendste Teil der Reiseplanung, aber ein wichtiger. An manchen Orten kannst du dich einfach durchwursteln und das Schlimmste, was dir passiert, sind ein paar zusätzliche Gebühren. In anderen Reisezielen wird es schwierig, das Mittagessen zu bezahlen, wenn du das dort übliche mobile Bezahlsystem nicht eingerichtet hast. Die gute Nachricht: Mit ein wenig Vorbereitung ist der Umgang mit Geld im Ausland ziemlich schmerzfrei. Wer sich im Voraus kümmert, spart meist auch viele Gebühren. Gehen wir es also Schritt für Schritt durch, von dem, was du vor der Abreise prüfen solltest, bis dazu, wie du dein Geld vor Ort sicher aufbewahrst.
Schritt 1: Finde heraus, wie am Reiseziel tatsächlich bezahlt wird
Zuerst solltest du wissen, dass sich die Zahlungskultur von Land zu Land enorm unterscheidet und heutzutage gibt es eigentlich drei Welten, nicht zwei. In manchen Ländern wie Schweden kannst du ein Päckchen Kaugummi mit Karte oder Handy bezahlen und Einheimische schauen dich komisch an, wenn du Bargeld zückst. In anderen, etwa in Teilen Südamerikas oder Südostasiens, ist das Kartenlesegerät in der Pension seit 2019 „kaputt“ und Barzahlung ist weiterhin die Regel, sofern du nicht in gehobene Lokale oder große Ketten gehst. In einer dritten Gruppe von Ländern läuft der Alltag über mobile Bezahl-Apps und weder dein Bargeld noch deine ausländische Karte bringen dich außerhalb von Hotels und großen Geschäften weit.
China ist das berühmteste Beispiel für dieses dritte Szenario. Der Alltag dort läuft fast vollständig über Alipay und WeChat Pay, von Taxis und Streetfood bis zu Museumstickets und Verkaufsautomaten. Bargeld wird offiziell zwar akzeptiert, in der Praxis tun sich aber viele kleine Händler schwer, Wechselgeld herauszugeben. Ausländische Kreditkarten werden außerhalb internationaler Hotels und einiger größerer Geschäfte selten akzeptiert. Wer unvorbereitet auf diese Realität trifft, schränkt seine Möglichkeiten beim Essen und Einkaufen erheblich ein. Richte die App deshalb unbedingt vorab ein, damit du auf der Reise genauso reibungslos zahlen kannst wie die Einheimischen.
Nimm dir also vor der Abreise zehn Minuten Zeit, um herauszufinden, zu welcher der drei Welten dein Reiseziel gehört. Ist es ein Karten-Land, ein Bargeld-Land oder ein App-Land? Gibt es verbreitete Situationen, etwa beim Nahverkehr, bei Eintrittsgeldern oder bei Touristensteuern, die im Hotel gezahlt werden, in denen nur eine Zahlungsart funktioniert? Diese Information schon vor der Abreise zu haben, erspart dir viel Zeit und Ärger. travelfilters macht es dir leicht, das herauszufinden. Geh einfach auf die Ortsseite eines beliebigen Reiseziels und sieh im Kasten „Quick Facts“ nach. Dort siehst du die Bewertung für bargeldloses Bezahlen am Ort und wenn du mit der Maus über das Info-Symbol fährst, bekommst du weitere Einzelheiten dazu, wie dort bezahlt wird.
Schritt 2: Prüfe deine Karten und ihre Netzwerke, bevor du sie im Ausland nutzt
Die Karte, die zu Hause einwandfrei funktioniert, kann sich im Ausland als teurer oder sogar nutzloser Begleiter erweisen. Vor jeder Reise lohnt es sich, deiner Bank ein paar grundlegende Fragen zu stellen. Wie hoch ist die Auslandseinsatzgebühr bei jeder deiner Karten? Was kostet eine Bargeldabhebung im Ausland und hat deine Bank am Reiseziel Partnerbanken, bei denen Abhebungen günstiger oder kostenlos sind? Musst du der Bank deine Reisedaten mitteilen, damit die Betrugsabteilung deine Karte nicht im ungünstigsten Moment sperrt?

Das Netzwerk, über das deine Karte läuft, verdient besondere Beachtung, denn die Akzeptanz im Ausland unterscheidet sich viel stärker, als man erwartet. Visa und Mastercard werden fast überall akzeptiert, wo überhaupt Karten genommen werden. Bei American Express sieht es anders aus. Sie wird im Heimatmarkt sowie bei Hotels, Airlines und größeren Geschäften international breit akzeptiert, aber kleinere Läden und Restaurants lehnen sie in vielen Ländern wegen der höheren Gebühren ab, die sie dafür zahlen. JCB, das große japanische Netzwerk, ist in seiner Heimatregion stark und im Rest der Welt lückenhaft.
Wenn deine Hauptkarte etwas anderes als Visa oder Mastercard ist, sorge dafür, dass sie nicht deine einzige Option bleibt. Grundsätzlich lohnt es sich, für die wichtigsten Ausgaben auf der Reise eine Reisekarte ohne Zusatzgebühren zu besorgen. Keine Gebühren für Geldautomaten und Auslandseinsätze zu zahlen, kann im Laufe eines Urlaubs eine ordentliche Summe sparen. Warum Geld für unnötige Gebühren verschwenden, wenn der Betrag direkt in dein Reisebudget für leckeres Essen und schöne Souvenirs fließen kann?
Schritt 3: Lege deine Karten mit Apple Pay oder Google Pay aufs Handy
Apple Pay oder Google Pay vor der Reise einzurichten, kann das Bezahlen im Ausland deutlich erleichtern. Kontaktloses Bezahlen per Handy ist in weiten Teilen der Welt inzwischen völlig normal. Es ist wohl sicherer als die physische Karte, weil das Geschäft nie deine tatsächliche Kartennummer sieht. Es gibt nur einen einmaligen Token, der das Auslesen deiner Kartendaten viel schwieriger macht. Gleichzeitig gelten dieselben Konditionen wie für die dahinterliegende Karte, Apple und Google erheben also keine zusätzlichen Gebühren.
Apple oder Google Pay richtest du am besten ein, bevor die Reise überhaupt beginnt, denn die Bestätigungscodes deiner Bank erhältst du viel leichter, solange deine heimische Nummer normal funktioniert. Du solltest diese digitalen Wallets außerdem nicht als vollständigen Ersatz für deine Karten sehen, denn nicht alle Kartenterminals weltweit unterstützen kontaktloses Bezahlen. Und deine Handy-Wallet ist nur so gut wie dein Akku, nimm also eine Ersatzkarte mit, damit deine Finanzen nicht versiegen, wenn dein Handy bei 0 % ist.
Schritt 4: Richte die lokalen Super-Apps ein, wo sie die Norm sind
Ist dein Reiseziel eines der App-Länder, sollte auch die wichtigste Vorbereitung zu Hause vor der Abreise stattfinden. Für China heißt das: Lade Alipay oder WeChat Pay (oder zur Sicherheit beide) herunter und verknüpfe deine internationale Kredit- oder Debitkarte mit der App. Beide Anwendungen haben das für Besuchende in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Du registrierst dich mit deiner eigenen Handynummer, bestätigst deine Identität mit dem Reisepass, fügst deine Karte hinzu und kannst endlich so bezahlen wie die Einheimischen. Kleine Alltagskäufe sind meist ohne Zusatzkosten, bei größeren Zahlungen kann eine kleine Gebühr anfallen.

Ist die App eingerichtet, funktioniert das Bezahlen per QR-Code in beide Richtungen. Manchmal scannst du den Code des Händlers und gibst den Betrag ein, manchmal scannt die Kasse den Code auf deinem Handy. Hast du den Dreh erst heraus, wirst du den Komfort schätzen. Teste die App nach Möglichkeit vor der Abreise mit einer kleinen Transaktion, damit sich ein Kartenproblem zu Hause zeigt und nicht vor einer Warteschlange. Viele asiatische Supermärkte, chinesische Restaurants oder globale Ketten, die bei chinesischen Touristinnen und Touristen beliebt sind, akzeptieren App-Zahlungen, dort kannst du deine Einrichtung also testen. Gibt es in deiner Gegend nichts davon, kannst du auch einen Online-Händlersimulator nutzen, der einen QR-Code für eine Abbuchung von 1 CN¥ (0,13 €) erzeugt, sodass du prüfen kannst, ob alles funktioniert.
Schritt 5: Besorg dir Bargeld auf die clevere Art
Die schlechtesten Wechselkurse bekommst du meist genau dort, wo du am ehesten schnell Geld brauchst, etwa in Wechselstuben am Flughafen, an Hotelrezeptionen und an Geldautomaten in Touristengegenden. In der Regel ist es kaum noch nötig, größere Bargeldbeträge zu Hause zu tauschen. Ein kleiner Notbetrag ist in Ordnung, für den Rest bekommst du aber meist einen besseren Kurs, wenn du am Reiseziel Landeswährung an einem Geldautomaten einer Bank abhebst.
Beim Abheben gibt es ein paar Tricks, um Geld zu sparen. Wähle Automaten, die direkt an einer echten Bank angebracht sind, statt freistehender Geräte in der Nähe beliebter Sehenswürdigkeiten, die oft saftige Betreibergebühren verlangen. Heb lieber seltener größere Beträge ab als täglich kleine, damit sich feste Gebühren weniger auswirken. Und wenn ein Geldautomat oder Kartenterminal anbietet, dir statt der Landeswährung deine Heimatwährung zu berechnen, lehne die Umrechnung besser ab und bitte darum, in der Landeswährung belastet zu werden. Es mag bequem wirken, den Betrag in der Heimatwährung zu sehen, aber genau hier werden dir intransparente Gebühren untergeschoben, die praktisch immer höher sind als das, was deine Bank für die Umrechnung berechnet.
Schritt 6: Pack nicht alles in eine Tasche
Egal, wie vorsichtig du bist: Auf Reisen kann immer etwas abhandenkommen. Ein Taschendieb in der vollen U-Bahn, ein auf dem Café-Tisch vergessenes Portemonnaie oder eine vom Geldautomaten eingezogene Karte sind nur einige der möglichen Szenarien. Solche Situationen sind lästig, aber du musst dir davon nicht die ganze Reise verderben lassen, wenn du vorbereitet bist.
Trag dein Tagesbargeld und eine Karte im Portemonnaie und bewahre eine Ersatzkarte und etwas Notfallbargeld ganz woanders auf. Der Hotelsafe, eine andere Tasche oder eine Innentasche mit Reißverschluss sind Möglichkeiten. Wenn ihr zu zweit oder in einer Gruppe reist, verteilt Karten und Bargeld auf mehrere Personen. Dasselbe gilt für die digitale Seite. Hängt deine Reise von einer Bezahl-App ab, sorgt ihre Einrichtung auf einem zweiten Handy in der Gruppe dafür, dass ein verlorenes oder leeres Handy nicht das gesamte Bezahlsystem lahmlegt. Außerdem lohnt es sich, die Sperrnummer deiner Bank an einem Ort zu speichern, den du auch ohne die betroffene Karte erreichst, von wichtigen Karten und Dokumenten ein Foto zu machen und ungefähr zu wissen, wie du an Notfallbargeld kämst, wenn alles auf einmal schiefgeht. Du wirst davon höchstwahrscheinlich nie etwas brauchen, aber die Ruhe, die ein Plan B und C in einem weit von zu Hause entfernten Land gibt, ist unbezahlbar.
Bereit zum Bezahlen, wo auch immer du landest
Der Umgang mit Geld im Ausland ist nicht kompliziert. Er steckt nur voller kleiner Fallen, die sich leicht vermeiden lassen und teuer werden können, wenn man hineintappt. Wisse, wie am Reiseziel bezahlt wird, nimm die richtigen Karten mit, leg sie aufs Handy, richte bei Bedarf eine lokale Wallet-App ein und heb Bargeld auf die clevere Art ab. Bereite einen Notfallplan vor, damit der Geldfluss weiterläuft, falls etwas passiert. Im Idealfall musst du auf deiner Reise kaum über das Thema Geld nachdenken, außer dass du versuchst, dein Budget einzuhalten und nicht zu viel auszugeben.
Wenn du wissen möchtest, welche Zahlungssysteme an deinem nächsten Reiseziel üblich sind, wirf einfach einen Blick auf die travelfilters-Ortsseiten für den Ort, den du ansteuern willst. Im Bereich „Quick Facts“ siehst du, wie ein Ort beim bargeldlosen Bezahlen abschneidet und wenn du mit der Maus über das Info-Symbol neben der Bewertung fährst, bekommst du mehr Informationen zu den Zahlungssystemen, die im Land oder in der Stadt verwendet werden.